GeschichteGeschichte

Geschichte

Die Große Wallstraße in der Nikolaivorstadt wurde bis in die 1870`er Jahre als Große Brandgasse bezeichnet. Die meisten Häuser des Quartiers sind im 18. Jh. im Baustil des Barock entstanden. Seit 1873 ist zunächst der Name Große Wallgasse belegt. Wie üblich in Görlitz, wurden die Gassen dann schon bald in Straßen umbenannt, um damit zumindest namenstechnisch großstädtisches Flair zu verbreiten. Die Nikolaivorstadt, wie übrigens auch die Hoterstraße (einstmals noch ohne „h“), lagen vor der eigentlich Stadt und waren daher mit eigenen Toren und Mauern geschützt. Die Hotherstraße hatte somit je ein Tor auf jeder Seite. Bereits im 18. Jh. wurden diese Tore aufgehoben. Die Flussläufe der Neiße oder der Lunitz (heute kanalisiert) boten vor allen den Färbern die nötigen Arbeitsbedingungen. Auch der Scharfrichter lebte mit seinem Volk in diesem Stadtteil. Kein Wunder, denn der Galgenberg und der Friedhof schließen sich an die Nikolaivorstadt an. Die genaue Grundsteinlegung für das Haus Große Wallstraße 1, heute Hotel „Zum Hothertor“, lässt sich trotz umfangreicher Recherchen nicht mehr genau feststellen. Fest steht, dass das Gebäude in Mitte des 18. Jh. in seiner heutigen Form erbaut worden sein könnte. Am 20.06.1806 verkaufte der Kupferschmied Christian Traugott Lange zum begleichen seiner hohen Schulden das Haus an Samuel Gottlieb Lange, einem Tuchscherer. Der Kaufpreis damals: 900 Reihnische Taler. 50 Jahre später erwarb ein Gottlob Scholz das Grundstück. Seine erste größere Investition war der Anschluss an das Stadtwassernetz, was ihm nebenbei bemerkt teurer kam, als der Erwerb des Hauses. Erst 16 Jahre später wurde das Grundstück an das Abwassersystem der Stadt angeschlossen. 1913 erhielt das Gebäude Wasserspühlklosetts. 1939 nun verkaufte die Erbin von Gottlob Scholz, Anna Klopsch (Geb. Scholz) das Grundstück an den Kaufmann Rudolf Scholz aus Stuttgart. Ein Tischlermeister mit Namen Herrmann Scholz nutzte das Erdgeschoss als seine Werkstatt und als Lagerraum. In den 1950`er Jahren gestattete die Witwe des Stuttgarter Kaufmanns den Bau von einer Garage auf dem Grundstück. Anfang der 1970`er Jahre sollten weitere Garagen dazu kommen. Mittlerweile war das Haus auch unter der Verwaltung der Kommunalen Wohnungsverwaltung (VEB KWV), welche Ende der 1980`er Jahre Bäder in die Wohnungen des Hauses einbauen ließt, bzw. die Genehmigung dafür erteilte. Nach der Wende stand das Haus leer. Die Stadt Görlitz war nun der neue Besitzer. Sie verkaufte das Haus 200 Jahre nach dem ersten nachweislichen Verkauf, fast auf den Monat genau an Gunnar Buchwald. Nach rund 2 ½ Jahren Planungs- und Genehmigungsvorbereitungen sowie einer Bauzeit von nur 10 Monaten entstand das Hotel „Zum Hothertor“.